Gefangenenlager
2.Weltkrieg (1945)
| Mögliche Anzahl der Gefangenen | Reelle Anzahl der Gefangenen | |
| Remagen | 100. 000 Plätze | 143. 000 Menschen |
| Sinzig | 100. 000 Plätze | 116.000 Menschen |
.
Das PWTE ( Prisoner of War Temporay Enclosures ) Remagen dehnte sich vom Ortsteil Kripp zwischen Eisenbahn und Rhein, bis zum Eisenbahndamm aus, der von der Hauptstrecke zur "Brücke von Remagen"abzweigte.
Das Lager Sinzig hatte sich während seiner größten Ausdehnung bis nach Niederbreisig erstreckt.
Diese zwei Beispiele zeigen nur einen kleinen Einblick von den Zuständen der Menschen in die in einem der unzähligen Lagern gefangen waren . Die meisten nannte man Rheinwiesenlager.
Und daraus ergaben sich für uns folgende Fragen :
1.Die Anzahl der Lager konnte bis heute nicht genau fest gestellt werden , da die Amerikaner uns bis heute Informationen vorenthalten haben. Uns bekannt sind jedoch 17.Lager im Rheintal .Davon war eines (Sinzig) ein Frauenlager.
2. Das Leben in diesen Lagern war unerträglich . Die Menschen fürchteten die Leiter der Lager. Die Menschen wurden tyrannisiert , unterdrückt , gequält.
3.Es wurden hauptsächlich , Soldaten , Feldwebel , Unteroffiziere gefangen genommen. Höhere Stände wie z.B. Oberoffiziere ect. wurden in abgesonderte Reservate gebracht, dort waren die Zustände weniger schlimm.
4.Sie bekamen eine drei Tagesration, da ihnen aus unerklärlichen Gründen oft das Essen entzogen wurde. Diese Ration bestand aus drei Keksen, etwas Hefe, Kaffee und in kleinen Päckchen ein wenig Salz und Zucker.
5.Die Menschen waren gar nicht in der Lage gewesen zu arbeiten. Durch Nahrungsentzug , äußeren Zuständen und körperlichen Verfassungen waren sie völlig außer Kräften. Außerdem wurden die Gefangenen oft von Seuchen und den verschiedensten Krankheiten befallen z.B. Typhus...
6.Bevor sie ins Lager gebracht wurden, mussten sie alles was sie an Wertgegenständen besaßen ,außer ihrer Kleidung ,abgeben.
7.Es starben fasst täglich bis zu 100 Menschen in diesen Gefangenenlagern. Die Gründe waren unterschiedlich, manche starben an Unterernährung andere an Krankheiten.
8.Die Zustände der Lager waren unterschiedlich. Die Oberoffiziere, die in den abgesonderten Reservaten verkehrten, waren einer besseren Behandlung ausgesetzt als Soldaten, Feldwebel... Kurz vor der Entlassung, wurden die Gefangenen in Lager gebracht, wo bessere Zustände herrschten. Dort sollten sie für ihre schlechte Behandlung entschädigt werden.
9.Niemand durfte die Gefangenen besuchen, weder Familienangehörige, noch Notärzte.
10.Es durften keine Informationen nach außen dringen, somit wusste auch keiner der Angehörigen das ein Familienmitglied in einem Lager untergebracht war.
11.Das Alter war in den Lagern nicht festgelegt, es waren Kinder von 15 Jahren in den Lagern, sowie Erwachsene unbeschränkten Alters.
12.Die Lager wurden auf einfachen Feldern errichtet. Mit Händen, Löffeln, Blechdosen und, falls vorhanden, ein paar Schaufeln gruben die Gefangenen Deckungslöcher. Wer noch einen Zeltplane hatte, versuchte damit einen Schutz gegen Nässe und Wind zu schaffen. Doch bei starkem Regen wurden die gruben zur lebensgefährlichen Falle: Schlamm lief in die Löcher hinein, und die Schlafenden drohten zu erstickern.
AUSWERTUNG DES ZEITZEUGENGESPRÄCHES
Waren wirklich nur Soldaten bis zum Unteroffizier im Remagenerlager ?
Nein, es gab auch ein Frauenlager in Remagen, welches " FEMALE CAGE " auf deutsch Käfig der Frauen heißt! Den Frauen ging es auch nicht besser, es waren etwa dreihundert weibliche Gefangene in Remagen im Rheinwiesen-Lager. Die Situation der Kranken und Toten glich der, der Soldaten im großen Lager.
Sind wirklich Kranke und Schwache in den Latrinen des Lagers erstickt und nicht gefunden worden?
Das weiß man nicht genau, denn das sind nur Vermutungen der ehemaligen Gefangenen! Es ist nie bewiesen worden ob wirklich jemals jemand in besagten Latrinen erstickt ist!
Wieviele Soldaten starben wirklich an Hunger oder Krankheit in den Lagern in Remagen?
Die offizielle Todeszahl ist 1213 Tote, doch man schätzt es waren etwa 200- 300 mehr. Teilweise wurden die Soldaten nicht begraben oder es wurde nicht schriftlich fest gehalten.
INFORMATIONEN VON ZEITZEUGEN
(Herr Hermann Löffler aus Remagen )
Wo wurden sie geboren, wie erlebten sie die Anfangszeiten des Krieges und wann hatten sie die ersten eigenen Erfahrungen mit der Macht Hitlers?
"Ich wurde in Siegmaringen geboren. Die Anfangszeiten des Krieges nahm ich kaum wahr, denn niemand sprach damals schon von einem Krieg. Meine ersten Erfahrungen mit Hitler und seinen Anhängern machte ich, als man mich zur Wehrmacht rief."
Sie waren in einem Lager, wie wurden sie dort eingeliefert und welche Leute kamen in dieses Lager?
"Ich versuchte mich vor den Amerikanern zu verstecken, aber ich geriet in eine Zivilsperre und wurde gefangen genommen. Alle Gefangenen wurden dann in einem LKW nach Remagen gefahren."
Wo lebten sie den Lagern, wovon lebten sie und wie war so in etwa die Einteilung der Lebensmittel?
"Wir lebten im Dreck und Schlamm der Wiese, zum Schutz gegen Nässe und Kälte, gruben wir bis zu einem Meter tiefe Löcher und überdeckten diese mit Ästen, Laub und Gras!!! Das Essen bestand aus einem Vorrat für etwa eine Woche nämlich: 3 Kekse, etwas Kaffee, etwas Hefe, Salz und Zucker. Teilweise gab es gar nichts zu Essen, dann ernährten sich die Soldaten von Gras."
Wie war es denn mit ihren Verwandten, wussten die, dass sie in Remagen im Lager gefangen waren und durften sie sie besuchen?
"Keiner der Soldaten im Lager durfte seine Familie davon informieren, dass er im Lager war. Niemand durfte das Gelände im Lager betreten, nicht einmal Helfer des Roten Kreuzes."
Können sie mir eine Zahl der Kranken und Toten im Lager nennen, und woran starben die meisten Soldaten?
"Etwa 1215 Soldaten starben einen qualvollen Hungertod und insgesamt starben etwa 1500 Soldaten im Lager in Remagen. Krank oder wenigstens am Ende seiner Kräfte war so gut wie jeder von uns."
Wie lange waren sie insgesamt im Lager von Remagen und wohin kamen sie nach der Auflösung des Lagers?
"Insgesamt war ich 8 Wochen im Lager, danach kamen wir für 2 Wochen in ein Entlassungslager nach Koblenz am Wasserturm, wo wir wesentlich besser behandelt wurden und wo es reichlich Kleidung und Essen für uns gab."
DIE SCHWARZE MADONNA
Ein Lager Insasse modellierte während seiner Leidenszeit im Lager aus Lehm eine Madonnenfigur. Um an die schwere Zeit zu erinnern, restaurierte man die Figur und plazierte sie dort, wo früher der Mittelpunkt des Lagers war.