Kinder und Jugendliche im 3. Reich
Zeitzeuge: Herr Ringel aus Bad Breisig,
Das Gespräch wurde am 30.11.2025 geführt
Was haben Sie von den Aufgaben der Mädchen im BdM in Erinnerung?
Die Mädchen gehörten dem Bund Deutscher Mädel (BDM) an. Dort lernten Sie an Puppen das Verbinden von Wunden. Die Puppen waren blond und wurden als das "Deutsche Kind" bezeichnet.
Mädchen mußten ihre kleineren Geschwister erziehen, da ihre Mütter dem Staat verpflichtet waren, als Krankenschwester, Köchin usw. Da die Männer im Krieg waren, mußten die Frauen Männerarbeit verrichten.
Was waren die Aufgaben der Jungen in der HJ?
Die Acht- bis Neunjährigen gehörten zum Jungvolk. Dessen vormilitärische Ausbildung war schon ein großer Vorteil für die später 12 - jährigen in der Hitlerjugend (HJ). Dort wurden noch stärkere Maßnahmen ausgeübt. Die Jugendlichen wurden als Soldat ausgebildet. Sie mussten einige Male in der Woche Dienst leisten und bekamen dabei Hitlers Lehren vermittelt, z. B. wie schlecht das Judentum sei. Man hob die Deutsche Rasse gegenüber allen anderen hervor.
Nach ihrer Ausbildung waren die Hitlerjungen so fanatisch, dass sie darauf freuten, in den Krieg eingezogen zu werden. Auf den Krieg waren sie durch spielerisches Training an Waffen und durch Kriegsspiele vorbereitet worden. Aber viele machten das nicht freiwillig mit, sondern wurden dazu gezwungen. Alle waren dem Staat verpflichtet und mußten dem Führer Dienst leisten. So wurden die Jugendlichen ihrer Freiheit im 3. Reich beraubt.
Was war Kinderlandverschickung
Die Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren wurden z. B. in die Berge geschickt , wo sie in Sicherheit sein sollten. Dort gingen sie zur Schule und arbeiteten nach der Schule in der Landwirtschaft. Dort mussten Männerarbeit verrichten.
Welches waren die Grund- und Hauptfächer?
Fächer:
Mathematik, Heimatkunde, Algebra, Leibesertüchtigung,
Völkerkunde, Deutsch: Schönschrift, Rechtschreibung usw. ,
Staatsbürgerkunde, Sport.
Grundfächer:
Betragen, Fleiß
Von der 1. bis zur 8. Klasse ging man auf die Volksschule. Wenn man begabt war, wurde man auf das Gymnasium geschickt. Dort bekam man noch Latein, Englisch und Französisch dazu.
Haben sie damals eine Beeinflussung des Unterrichts durch die Politik bemerkt?
Die Lehrer, die nach 1938 geschult wurden, leiteten die Doktrin Hitlers weiter. Somit waren auch die Lehrpersonen gefährlich. In Völkerkunde war eine politische Richtung festzustellen, z. B. wurden immer Helden gesucht.
A. Hitler über Jugenderziehung